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Gedanken zur Jahreslosung 2025

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„Prüft alles und behaltet das Gute“, so lautet sie kurz und knapp, die Jahreslosung für 2025. Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen legt sie für jedes neue Jahr fest und auch für jeden einzelnen Tag des Jahres werden Bibelverse, ein Liedvers oder ein Gebet bestimmt. Nachlesen kann man diese Mut machenden und tröstenden Geleitworte in einem kleinen Büchlein, das von der Evangelischen Brüderunität in Herrnhut herausgegeben wird. Für 2025 liegt bereits die 295. Ausgabe dieser Losungen vor und für viele Menschen auf der ganzen Welt beginnt damit der neue Tag.
Die Jahreslosung für 2025 stammt aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki im 5. Kapitel. Paulus gibt damit gute Anleitungen zum Handeln und zu einem guten Leben, die auch für uns heute eine große Aussagekraft haben. Doch was hat es mit dem gewichtigen Wort, alles zu prüfen und das Gute zu behalten auf sich? Damit befasste sich Pfarrer Christian Kurzke ausführlich in seiner Predigt beim Gottesdienst am Neujahrstag in der Harpersdorfer Kirche. Der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt zum Rückblick auf das alte und zum Ausblick auf das neue Jahr. Was lief gut und war erfolgreich, was ging schief und machte Sorgen? Und was wird wohl das neue Jahr für uns bringen?


Die Jahreslosung gibt uns dazu einen guten Rat mit auf den Weg. Alles sollen wir prüfen, so heißt es am Anfang. Schaffen wir das, alles zu hinterfragen und zu prüfen, denn Prüfungen an sich rufen auch unangenehme Erinnerungen hervor, nicht alle Prüfungen im Leben gehen gut aus. Alles prüfen heißt aber schon, alles genau anzuschauen, auch die Dinge, die wehtaten, die mit Angst, Sorgen, Verlusten, Unfällen oder schrecklichen Erfahrungen verbunden waren. Oft schaffen wir es nicht, allein damit fertig zu werden. Dann brauchen wir Hilfe von Angehörigen, Ärzten und Therapeuten. Und vor allem brauchen wir die Gewissheit, dass Gott bei uns ist, dass er uns in seinen Armen hält und uns hilft, so Pfarrer Kurzke. Denn auch Gott prüft, was gewesen ist, aber er wird uns das, was wir falsch gemacht haben, nicht für immer anrechnen und vorhalten. Wenn wir Fehler eingestehen und bereuen, wird uns vergeben und das ist die Grundlage, alles zu prüfen. Vergebung heißt dabei, dass wir die Schuld nicht ewig tragen müssen, denn die trägt ein anderer für uns am Kreuz, so der Geistliche weiter.


Alles zu prüfen, darin sieht Pfarrer Kurzke eine große Jahresaufgabe, bei der wir aber nicht nur das Schwere und Fehlende, sondern vor allem das Positive und das Gute in unserem Leben und Alltag sehen sollen. Daraus ergibt sich für ihn die zweite große Herausforderung, nämlich das Gute zu behalten. Aber was ist das eigentlich, das Gute? Vor allem heute in unserer schnelllebigen und sich ständig verändernden Zeit voller Widersprüche und Zukunftsängste. Egoismus und ein Leben ohne Rücksicht auf die Mitmenschen, die Natur und die Welt insgesamt gehören sicher nicht dazu.


Als Christen sind wir da in einer etwas anderen Situation. Die Bibel ist unser Leitfaden für alles Gute, so geben uns die 10 Gebote eine klare Orientierung. Die Frage nach dem Guten beantwortet der Prophet Micha ganz einfach so: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“. Die Liebe nennt er zuerst, wir sollen andere einfühlsam und respektvoll behandeln. Und wir sollen demütig sein vor Gott, ihn fragen, was er von uns will und ihn ehren. Daraus ergibt sich für Pfarrer Kurzke der zentrale Maßstab: “Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst“, so steht es bei Markus im 12. Kapitel. Was darunter zu verstehen ist, schreibt uns Gott nicht vor, doch an vielen Stellen der Bibel gibt es Beispiele dafür wie Hungrige speisen, Fremde beherbergen, Kranke besuchen, nach einem Streit vergeben. Meist weiß unser Herz von selbst, wie wir Liebe üben können und das kann auch unser Kompass durch das neue Jahr sein.


Ein weiterer Aspekt ist ebenso wichtig: wenn wir das Gute behalten, dann können und sollen wir das weniger Gute loslassen, wir können uns selbst und anderen vergeben und müssen das Schlechte nicht ewig mit uns herumtragen. Damit wird unser Leben leichter, auch wenn wir trotzdem immer wieder Lasten zu tragen haben.


Zum Abschluss seiner Predigt gab Pfarrer Kurzke den Besuchern folgendes mit auf den Weg: „So lädt uns die Jahreslosung ein, mit offenen Herzen und offenen Händen in die Zukunft zu gehen. Wir müssen nicht festhalten, was unser Leben schwer macht, es reicht, wenn wir das Gute behalten. Ein Jahr lang können wir ausprobieren, wie wir mit Liebe und Weisheit prüfen und festhalten, was Gott uns an Gutem zutraut“.

 

Monika Grzanna